Schwarzer Spiegel

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BlogBlab 10.07.2016 4. Unerheblich Da sich Schwarzer ja nicht mehr für irgendeinen Arbeitsplatz bewirbt, spielt die Vorstrafe keine Rolle und da sie sich ja immer für Frauenrechte und Gleichberechtigung einsetzte, aber nicht etwa gegen Steuerhinterziehung, ist Da sich Schwarzer ja nicht mehr für irgendeinen Arbeitsplatz bewirbt, spielt die Vorstrafe keine Rolle und da sie sich ja immer für Frauenrechte und Gleichberechtigung einsetzte, aber nicht etwa gegen Steuerhinterziehung, ist die Verurteilung auch in moralischer Sicht unerheblich.
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“Ja, es stimmt, dass mein Steuerverfahren abgeschlossen ist”, bestätigte Schwarzer der Nachrichtenagentur dpa. “Wie zu erwarten via Strafbefehl.” Details wollte sie mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht nennen.
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Ein Strafbefehl wird von der Staatsanwaltschaft beantragt und muss von einem Gericht erlassen werden. Es handelt sich um eine Verurteilung, die ohne Prozess zustande kommt. Ist der Beschuldigte nicht damit einverstanden, gibt es eine mündliche Hauptverhandlung. Daran hatte Schwarzer offenbar kein Interesse.
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Die beiden in diesem Buch enthaltenen Kurzgeschichten bilden einen optimalen Einstieg in das nicht leicht zu verstehende Werk Arno Schmidts. “Leviathan” spielt in den letzten Tagen des zweiten Weltkriegs in Berlin. In die dramatische Handlung (Versuch, eine Lokomotive wieder in Gang zu bekommen, um aus der zerstörten Stadt zu fliehen) sind existenzphilosophische Betrachtungen eingebettet (unter anderem erklärt Schmidt hier das Prinzip des gekrümmten Raumes!). “Schwarze Spiegel” spielt in einer Zeit nach dem dritten Weltkrieg. Im Vordergrund dieser Geschichte steht der Versuch, in einer menschenleeren Umwelt zu überleben. Arno Schmidts ohnehin in seinen Werken erkennbare Neigung zum Einzelgängertum erfährt hier einen Höhepunkt. Man sollte sich beim Lesen dieses Buches nicht von der Sprache und der eigenwilligen Zeichensetzung abschrecken lassen. Vieles wird einige Seiten später klarer. Schmidts Bücher sind intellektuelle Hochgenüsse, aber – und das macht den Mann so sympathisch – er bleibt immer mit beiden Füßen auf dem Boden der Tatsachen. Und er hat eine eigene Meinung, die er auch äußert, was man nicht von allen Schriftstellern behaupten kann.
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Schwarze Spiegel bedient sich mehrerer für Schmidt typischer Erzähltechniken. So wird die Handlung in einer Mischung aus Ich-Erzählung und innerem Monolog erzählt, wobei der Blick auch auf kleine und kleinste Details der Außenwelt leidenschaftlich genau bleibt. Dasselbe gilt für Gesten und Tonfälle beider Personen des Romans – hier vernachlässigt Schmidt bereits manchmal die Regeln der deutschen Rechtschreibung und nähert sich einer phonetischen Nachbildung der gesprochenen Sprache an, die er aber erst in späteren Werken auf die Spitze trieb. Im Satzbild fällt die von Schmidt in seinen Berechnungen I als Raster oder „PointillierTechnik“ charakterisierte elliptische Erzählweise auf: Das epische Kontinuum wird in kurze und kürzeste Absätze aufgesplittert, die jeweils die Momentaufnahme einer Wahrnehmung, eines Gedankens, einer Situation beschreiben. Diese einzelnen „snapshots“ sind im Layout durch Absätze mit hängendem Einzug und mit kursiv gesetztem Anfang gekennzeichnet. Was zwischen diesen Fragmenten geschieht oder gedacht wird, muss der Leser selbst rekonstruieren. Schmidt versucht so, die „Perlenkette kleiner Erlebniseinheiten“ darzustellen, die seiner Meinung nach das Leben ausmacht, denn „diesen epischen Fluß, auch der Gegenwart, gar nicht Die Ereignisse unseres Lebens springen vielmehr“.
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Nachdem Schmidts Erstlingswerk Leviathan von der Kritik zumeist positiv bedacht und sogar mit dem Literaturpreis der Akademie der Wissenschaften und Literatur in Mainz ausgezeichnet worden war, wurde nun auch seine zweite Buchveröffentlichung, Brand’s Haide, für einen so neuen Autor außergewöhnlich ausführlich rezipiert. Im Zeitraum nach der Veröffentlichung von Brand’s Haide und vor dem Erscheinen des nächsten Buches Die Umsiedler, d. h. 1951–1953, erschienen 38 publizistische Texte über Schmidt, die zumeist die Neuerscheinung mit den beiden Erzählungen Brand’s Haide und Schwarze Spiegel behandelten, oft aber auch den Leviathan noch mitrezensierten. Von den 38 Texten hatten 23 einen positiven Tenor, zehn einen eher negativen, fünf lassen sich als neutral bezeichnen.

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Published on May 27, 2016 | Under News | By admin
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